August 2005: Ich war 28 Jahre alt, hatte mich kurz zuvor von meinem langjährigen Partner getrennt und meine Mutter war im Juni mit 59 Jahren an Krebs verstorben.

Nun war ich mit Verwandten im Urlaub, diese Zeit gab mir Kraft. Ich fühlte mich geborgen und konnte so langsam in eine Art von „normalem“ Leben zurück zu finden. Denn was mich nicht losliess waren Fragen wie: Wie konnte das sein, wie konnte meine wunderbare, liebevolle Mutter mit der ich so gute Gespräche führte und mit der ich so gerne Zeit verbrachte, auf einmal nicht mehr da sein? Wie konnte sich die Welt überhaupt weiter drehen? Es hätte doch alles still stehen müssen. Tat es aber nicht. Das Leben ging weiter.

In genau diesem Urlaub las ich ein Buch. Dieses Buch war eines meiner Mutter. Sie hatte dieses Buch, wie auch andere „spirituelle Bücher“, gekauft, jedoch nie gelesen. Denn sie war eine viel beschäftigte erfolgreiche Geschäftsfrau gewesen. So las ich also dieses Buch. Es war die damals erhältliche englische Version von dem „Café am Rande der Welt“. Ich ahnte noch nicht, welchen Einfluss dieses Buch auf mich haben würde. Die Fragen:

  • Warum bist Du hier?
  • Hast Du Angst vor dem Tod?
  • Führst Du ein erfülltes Leben?

kamen mir sehr gelegen. Damals fühlte ich mich einerseits tief traurig und sprichwörtlich „Mutterseelenallein“, ausserdem auf eine merkwürdige Art auch unverletzbar. Denn vieles, um nicht zu sagen alles, war mir schlicht egal. Da ich gerade die Endlichkeit des Lebens mit einer solch brutalen Wucht erfahren musste, wurde mir eines schlagartig klar: Ich wollte nicht so weitermachen wie bisher. Ich hatte damals einen Marketing Job bei einem Pharma Konzern. Ein sehr guter Arbeitgeber.

Dennoch wusste ich: das ist nicht mein Leben. Täglich bis zu meinem ca. 65. Lebensjahr in ein Büro zu gehen und nicht das zu machen, was mir WIRKLICH Freude macht. Nein, auf keinen Fall! Ich wollte mehr. Ich wollte mein Leben intensiver und selbstbestimmter leben. Ich wollte das beruflich tun können, wofür ich „brannte“. Wohl wissend, welche Risiken dies auch bedeuten würde. Rückblickend warf ich mein Herz voraus und lief hinterher: Ich kündigte. Und machte mein Hobby, die Fotografie, zu meinem Beruf. Ich assistierte Werbe- und Modefotografen. Ich fing bei Null an. Und lernte Grosses. Bis ich schliesslich selbst als Fotografin für Modemarken und Modemagazine arbeitete. Auch für die exklusive Begleitung von Promi Events wurde ich gebucht.

Irgendwann war dies nicht mehr meine Welt. Sie war mir zu künstlich. Die Retusche der Sujets bis ins letzte Pixel. Warum diese vermeintliche Perfektion? Das Leben ist nicht perfekt! Es hat Kanten, Ecken und Falten. Und das ist gut so.

Ein wunderbares Seminar bei John hatte mir hier Klarheit geschaffen. Es war wieder Zeit der beruflichen Feinjustierung und ich fragte mich, wohin meine Fotografie – Reise nun gehen könnte und liess die Frage wirken. Partout fragten Freunde mich, ob ich ihre Hochzeit fotografieren würde. Das hatte ich bis dato immer abgelehnt. Hochzeiten waren nichts für mich. Jedoch, wenn gute Freunde fragen…

So fing ich an, Hochzeiten zu fotografieren. Bald international. Auf Mallorca, Ibiza, Südafrika, der Schweiz und Deutschland. Und ich liebte es. Diesen glücklichen Tag meiner Kunden für immer festzuhalten. Die Interaktion mit dem Paar und den Gästen einerseits –  stiller Beobachter mit Kamera zu sein, andererseits. Herrlich! Wie oft hatte ich zB während der Trauung Freudentränen in den Augen…

Was ich heute weiss: auch die Hochzeitsfotografie sollte mich einiges lehren. Nach zwölf hochkonzentrierten Stunden auf den Beinen und körperlich harter Arbeit präsent zu sein, war eine Fähigkeit, die ich mir schnell aneignete. Ich lernte in sehr unterschiedlichen Lichtsituationen spontan zu agieren. Es gibt während einer Hochzeit viele Momente, die sich nicht wiederholen lassen und sofort perfekt abgelichtet sein müssen. Ich lernte ausserdem mit ganz unterschiedlichen Menschen-Typen um zu gehen.

All dies war die perfekte Vorbereitung für das, was heute mein Herz erfüllt und mein Zweck der Existenz ist. Ich bin Portrait Fotografin und zeige Menschen, wie schön sie sind. Wie schön das Leben ist. Manche meiner Kunden sehen ihre Portraits und haben Tränen in den Augen. Tränen der Freude. Etwas Schöneres gibt es nicht für mich.

So habe ich vor 16 Jahren von John Strelecky inspiriert in einer der dunkelsten Zeiten meines Lebens mein Licht gefunden.

Herzlich
Marie-Christine

Marie-Christine Möller
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